Rat der Stadt Olsberg beschließt weitere Schritte zu neuen Flächen für Einzelhandel in der Innenstadt

Olsberg. Die Stadt Olsberg passt ihre Leitlinien für die Entwicklung des Einzelhandels in Bigge und Olsberg an. Mit breiter Mehrheit hat jetzt der Stadtrat beschlossen, den Entwurf des neuen Einzelhandelskonzeptes als Basis für ein Änderungsverfahren zum aktuellen Flächennutzungsplan zu nutzen und ebenso bei der Bauberatung sowie Wirtschaftsförderung zu nutzen. Für die künftige Ansiedlung von großflächigem Einzelhandel könnte es somit Verschiebungen geben.

Hintergrund: Ein so genanntes Einzelhandelskonzept ist ein wichtiges planerisches Instrument, um Einzelhandelsstrukturen sichern und stärken. Wo soll großflächiger Handel stattfinden? Welches Sortiment soll wo zulässig sein? – Solche und andere Fragen werden durch das Konzept für die kommenden Jahre geklärt. Damit werde zum einen eine verbrauchernahe Versorgung gesichert, erläutert Monika Kollmar von der Gesellschaft für Markt- und Absatzforschung (GMA) in Köln. Zum anderen werde die Versorgungsfunktion von Olsberg insgesamt stabilisiert und abgesichert. Die Stadt Olsberg hat die GMA mit der Erstellung des neuen Einzelhandelskonzeptes beauftragt.

Die GMA schlägt vor, dass es auch künftig in Olsberg und Bigge zwei zentrale Versorgungsbereiche – kurz ZVB - geben soll, in denen künftig großflächiger Einzelhandel ab einer Verkaufsfläche von 800 Quadratmetern neu angesiedelt werden darf: In Olsberg erstreckt sich der Versorgungsbereich entlang von Ruhr-, Bahnhof- und Carlsauestraße – dafür fallen der Bereich Untere Sachsenecke und der nördliche Teil der Bahnhofstraße ab Kirche weg.

Aus dem bisherigen ZVB Bigge soll künftig der Versorgungsbereich Stadtzentrum werden – in einem Areal zwischen Hauptstraße, Stadionstraße, Ruhrufer bis zum Hit-Markt umfasst es die großen Verbrauchermärkte. Der mögliche ZVB Stadtzentrum wächst gegenüber dem bisherigen ZVB Bigge damit deutlich nach Westen – auf der anderen (östlichen) Seite würden Flächen zwischen Hit- und Rewe-Markt wegfallen.

Im Zentrum des von der GMA erarbeiteten Bereiches liegt auch das Hochsauerlandstadion – das Areal werde damit zu einer Potenzialfläche, wie Monika Kollmar klarstellte: „Das heißt nicht, dass sie genutzt werden muss. Sie haben den Finger drauf.“ Bereits im Januar bei der ersten Vorstellung des Konzept-Entwurfs hatte Bürgermeister Patrick Potthoff unterstrichen, dass es derzeit keinerlei Pläne für eine Aufgabe der Sportstätte gibt. Dies sei ohnehin nur bei der Prüfung einer Kompensation durch eine andere Sportstätte denkbar. Auch Monika Kollmar betonte, dass es keinerlei Automatismen gebe: „Sie gehen keine Verpflichtung ein. Aber sie haben die Möglichkeit, zügig zu handeln, wenn sie hier etwas entwickeln wollen.“

Dass neue Flächen für den Einzelhandel „nicht zu Lasten der Lebensqualität und der Vereine“ gehen dürften, forderte für die CDU-Fraktion auch Co-Fraktionsvorsitzende Jeannette Friedrich in ihrem Statement. Dennoch sei das neue Einzelhandelskonzept eine „wegweisende Entscheidung für die Zukunft unserer Stadt“ und ein „rechtssicherer Rahmen für Bauleitplanungen.“ Sie schlug vor, parallel zur Entscheidung über das Einzelhandelskonzept die Verwaltung die Verwaltung mit einer Untersuchung zu Alternativ-Flächen für eine Sportanlage sowie Gesprächen mit dem Eigentümer der Sportplatz-Fläche zu beauftragen – ein Vorschlag, dem sich auch der Stadtrat mit breiter Mehrheit anschloss.

In einer der nächsten Sitzungen des Ausschusses Planen und Bauens soll nun das Verfahren zur Änderung des Flächennutzungsplans eingeleitet werden. Für die Zukunft des Hochsauerlandstadions hat dieser Schritt keine Auswirkungen. Um hier eine – theoretische – andere Nutzung zu ermöglichen, müsste ein verbindlicher, vorhabenbezogener Bebauungsplan aufgestellt werden. Dies müssten die Mitglieder im Ausschuss Planen und Bauen sowie im Stadtrat aber in einem eigenen Verfahren beschließen.