Mit „Bauturbo“: Ausschuss erklärt Einverständnis zu Mehrfamilienhaus in der Sachsenecke

Olsberg. Ein Mehrfamilienhaus mit vier Wohneinheiten sowie Garagen könnte künftig auf dem Grundstück einer früheren Möbelwerkstatt in der unteren Sachsenecke entstehen – jedenfalls dann, wenn es nach den Vorstellungen des Olsberger Ausschusses Planen und Bauen geht. Das Gremium stimmte dem Bauvorhaben mehrheitlich zu. Über den eigentlichen Bauantrag muss nun der Hochsauerlandkreis als Bauaufsichtsbehörde entscheiden.

Hintergrund: Die Olsberger Stadtverwaltung hat das Vorhaben eines privaten Bauherrn eigentlich kritisch betrachtet. Nach den rechtlichen Vorgaben – insbesondere dem Baugesetzbuch – sei das Bauprojekt eigentlich nicht zulässig, argumentierte Hubertus Schulte, Leiter des Fachbereichs Bauen und Stadtentwicklung. Denn aufgrund der Geschossigkeit füge sich das geplante Gebäude nicht in die Umgebungsbebauung ein – üblicherweise ein Ausschlussgrund.

Im Rahmen einer Bauberatung hat die Stadtverwaltung den Bauherrn jedoch auch auf die Möglichkeiten des so genannten „Bauturbos“ aufmerksam gemacht. „Bauturbo“ ist dabei die Kurzbezeichnung für das bundesweite „Gesetz zur Beschleunigung des Wohnungsbaus und zur Wohnraumsicherung“, das den Bau von Wohnraum vereinfachen und beschleunigen soll. Unter bestimmten Voraussetzungen sollen so Projekte ermöglicht werden, die ansonsten nicht zulässig werden.

In einer intensiven Diskussion sprachen sich die Ausschussmitglieder dafür aus, den „Bauturbo“ hier anzuwenden und somit das Einverständnis zu dem Projekt zu erklären. Die Schaffung neuen Wohnraums sei dringend erforderlich, brachte es Ausschussmitglied Peter Rosenfeld (SPD) auf den Punkt – somit sei es sinnvoll, an dieser Stelle den „Bauturbo“ zu zünden.

In einem nächsten Schritt kann das Bauvorhaben nun das weitere Genehmigungsverfahren beim Hochsauerlandkreis durchlaufen.