Grundschule Bigge: Neues Gebäude für OGS soll am Martinusweg entstehen

Bigge/Olsberg. Für die Zukunft des Grundschulstandorts Bigge zeichnet sich ab, dass für die künftige Betreuung der Schulkinder am Martinusweg ein neues Gebäude in Modulbauweise entstehen soll. Mit breiter Mehrheit entschieden sich die Mitglieder des Olsberger Stadtrates jetzt, diese Planungsvariante weiter zu verfolgen. Allerdings: Zunächst soll ein Gutachten abgewartet werden, das die Nutzung des ehemaligen Kindergartens Sonnenschein für die Betreuung unter dem Gesichtspunkt des Arbeitsschutzes betrachtet.

Mit ihrer Entscheidung weisen die Ratsmitglieder für den Grundschulstandort Bigge nun einen Weg aus einem komplexen Dschungel an Vorschlägen und Möglichkeiten, aber auch rechtlichen und baulichen Vorgaben. Hintergrund: Das Gebäude der St.-Martinus-Grundschule Bigge ist sanierungsbedürftig; zudem wird mehr Platz für die Betreuung in der Offenen Ganztagsschule (OGS) benötigt. Hinzu kam: Im Frühjahr wurde in Mischproben aus dem Schulgebäude Rückstände von Asbest entdeckt. Hier gab es zwischenzeitlich eine weitgehende Entwarnung: Weitere Beprobungen haben ergeben, dass sich die Asbestbelastung auf einige wenige Punkte im Schulgebäude beschränkt – im Rahmen einer Sanierung können sie beseitigt werden.

Für den weiteren Umgang mit dem Schulgebäude hatte die Stadtverwaltung vier Varianten ausgearbeitet – von Aufstockung über Neubau bis hin zu einer weiteren Anmietung des früheren Kindergartens Sonnenschein, wo die OGS auch derzeit untergebracht ist. Allerdings: Ein Experte hat festgestellt, dass die Räume der früheren Kita mit Blick auf den Arbeitsschutz problematisch sind – ein exaktes Gutachten steht noch aus.

Auf der anderen Seite besteht für das Schulgebäude Sanierungsbedarf. Richard Köhler vom Fachbereich Bauen und Stadtentwicklung sieht diesen im Bereich der Heizungsanlage als besonders dringlich an. Allerdings: Um hier „Nägel mit Köpfen“ machen zu können, muss zunächst feststehen, ob das Gebäude möglicherweise aufgestockt werden soll – dann müsste die Heizung größer dimensioniert werden.

In der Sitzung des Stadtrates sprach sich CDU-Co-Fraktionschefin Jeannette Friedrich für einen Neubau des Gebäudes für die OGS am Martinusweg aus. Dieser Schritt sei „der einzig Richtige“. Gerade mit Blick auf den Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz gelte es, jetzt eine adäquate Unterbringung zu schaffen. Die Sanierung des Schulgebäudes könne dann „nach und nach mit Augenmaß“ erfolgen. Für die Neubau-Variante – inklusive der Sanierung des Bestandsgebäudes - rechnet die Stadt Olsberg mit Kosten von rund 6,9 Mio. Euro – eine halbe Million Euro als Fördermittel sind darin bereits enthalten. Vorteil eines Gebäudes in Modulbauweise: Neben den vergleichsweise geringen Kosten sei auch eine flexible Nutzung möglich, falls es für eine Betreuung nicht mehr benötigt würde, unterstrich Sabine Menke, Co-Fraktionschefin der CDU.

Für die SPD sah Fraktionsvorsitzender Helmut Kreutzmann mit Skepsis auf diesen Weg. Er forderte – vor dem Hintergrund sinkender Schülerzahlen – zum einen ein Gesamtkonzept für die Schulgebäude in der Stadt Olsberg. Auch FDP-Fraktionsvorsitzender Dominik Stahl favorisierte dieses Vorgehen – ebenso wie Grünen-Fraktionssprecherin Claudia Weigand. Und zum anderen schlug die SPD vor, zunächst das Gutachten zur Situation in der früheren Kita Sonnenschein abzuwarten – Stephan Hoevels: „Es ist nicht zu erkennen, dass diese Variante zwingend herausfallen muss.“

Bürgermeister Patrick Potthoff sprach ich für eine gute Betreuung der Schülerinnen und Schüler aus: „Auch, wenn die Zahlen zurückgehen, rechtfertigen sie, dass es weitergeht.“ Ebenso forderte die AfD einen zügigen Start. Fraktionschef Jörg Luig sah ein „Herumeiern“ bei den anderen Fraktionen: „Wir sollten langsam in die Pötte kommen.“

Helmut Kreutzmann stellte die „Verantwortung für den Stadthaushalt“ ins Zentrum: „Wenn es nicht nötig ist, Geld auszugeben, sollten wir das nicht tun.“ Uwe Lingenauber (CDU) setzte dem entgegen, dass auch für eine weitere Anmietung des ehemaligen Kindergartens Sonnenschein jeden Monat Mietzahlungen erforderlich werden – für Investitionen in den Bildungsbereich könne man dagegen mit Fördergeldern rechnen.

Nach einer kurzen Sitzungsunterbrechung für weitere Beratungen sprach sich der Stadtrat mit breiter Mehrheit für einen „Vorratsbeschluss“ aus: Umgesetzt werden soll der Neubau des Gebäudes für die OGS am Martinusweg – zuvor soll allerdings das Gutachten zur Situation in der früheren Kita Sonnenschein abgewartet werden. Vorteil in der jetzigen Situation: Die Varianten mit einer Aufstockung des Schulgebäudes sind damit „aus dem Rennen“ – die dringend nötige Heizungssanierung in der Schule kann starten.