Grundschule Bigge: Entscheidung über Sanierung und Erweiterung erst nach den Sommerferien

Olsberg. Der Rat der Stadt Olsberg wird erst nach den Sommerferien über den weiteren Weg zur Sanierung und Erweiterung der St.-Martinus-Grundschule in Bigge entscheiden. In der jüngsten Sitzung des Gremiums wurde der Tagesordnungspunkt auf Vorschlag von Bürgermeister Patrick Potthoff abgesetzt. Hintergrund: Nach Beprobungen des Schulgebäudes wurden in einigen der entnommenen Proben Schadstoffe festgestellt. Eine Gefahr für den Schulbetrieb besteht nicht – die Schadstoffe können aber Auswirkungen auf Art, Umfang und damit auch Kosten für die Sanierung des Gebäudes haben.

Konkret wurden in 8 von insgesamt 46 entnommenen Proben Rückstände von Asbest, künstlichen Mineralfasern sowie sonstigen Schadstoffen gefunden, wobei in 4 dieser Proben Asbestrückstände nachgewiesen wurden. „Dies alles kann in Zusammenhang mit Baustoffen gesehen werden, die in der Vergangenheit üblicherweise verwendet wurden“, so Bürgermeister Potthoff. Hintergrund: Im Rahmen der Objektplanungen für das Schulgebäude hat das beauftragte Architekturbüro der Stadt Olsberg empfohlen, eine umfassende Schadstoffuntersuchung durch ein Fachunternehmen durchführen zu lassen. Während der Osterferien hatte dieses Fachunternehmen Beprobungen durchgeführt. Nun liegen die Ergebnisse vor.

Natürlich habe man sich dann sofort die Frage gestellt, ob die gefundenen Schadstoffe für die Menschen, die das Gebäude nutzen – also insbesondere Schülerinnen und Schüler sowie Lehrkräfte – aktuell eine Gefahr darstellen, unterstrich Patrick Potthoff: „Die erfreuliche Antwort ist ein klares Nein.“ Von intakten, fest gebundenen Materialien gehe keine akute Gesundheitsgefahr aus. Ein Risiko entstehe nach Einschätzungen von Fachleuten sowie auch des Umweltbundesamtes erst, wenn die Schadstoffe freigesetzt werden. Dieses kann zum Beispiel im Rahmen von Bauarbeiten passieren, wenn schadstoffhaltige Materialien beschädigt, bearbeitet oder unsachgemäß saniert werden. „Das ist im derzeitigen, laufenden Schulbetrieb nicht der Fall“, stellte Bürgermeister Potthoff fest.

Gestützt werde diese Feststellung auch dadurch, dass nach einer Bodensanierung in einem Raum im Schulgebäude im Herbst 2025 Luftmessungen im Schulgebäude durchgeführt worden sind. Dabei sei keine Belastung der Luft festgestellt worden.

Auch die anderen festgestellten Schadstoffe stellen keine Beeinträchtigung für den Schulbetrieb dar. Die künstlichen Mineralfasern befinden sich in der Ummantelung von Rohrleitungen im Kellergeschoss; im Dachaufbau wurden Rückstände von HBCD, einem heute nicht mehr erlaubten Flammschutzmittel, festgestellt. Patrick Potthoff: „Wie bereits erwähnt: Dies bezieht sich auf Baustoffe, deren Verwendung in der Vergangenheit völlig normal war.“

In einem nächsten Schritt will die Stadtverwaltung nun Klarheit über den tatsächlichen Umfang der Schadstoffbelastung gewinnen. Zwar seien lediglich in 8 von 46 Proben Schadstoffrückstände festgestellt worden, so Bürgermeister Potthoff. Allerdings handele es sich um Mischproben. Das bedeute, dass diese Proben keinem bestimmten Raum, sondern nur bestimmten Gebäudebereichen zugeordnet werden können. Im Umkehrschluss könne man aber schon jetzt sagen, dass weite Gebäudebereiche unbelastet sind.

In den ersten Tagen der Sommerferien sollen nun Detailuntersuchungen stattfinden, um die tatsächlichen Punkte der Schadstoffbelastungen weiter einzugrenzen. Erst wenn diese Ergebnisse vorliegen, soll über den weiteren Weg zur Sanierung und Erweiterung des Schulgebäudes beraten und entschieden werden. Denn die Schadstoffbelastung habe direkte Folgen für eine mögliche Gebäudesanierung, erläuterte Bürgermeister Potthoff: „Das betrifft vor allem den Umfang der nötigen Arbeiten, die Entsorgung kontaminierten Materials – und damit dann auch die Kosten eines Projektes.“ Die Kosten stünden aber in einem direkten Zusammenhang mit der Entscheidung, welche die Ratsmitglieder treffen müssen – nämlich welche Variante zur Sanierung und Erweiterung des Grundschulstandortes weiterverfolgt werden soll.

Bereits vor der Sitzung des Stadtrates hatte die Stadtverwaltung die Schulleitung der St.-Martinus-Grundschule über die Entwicklungen informiert. Als Vorsichtsmaßnahme sollen im Schulgebäude bis auf weiteres keine Nägel, Schrauben oder sonstige Gegenstände direkt an den Wänden angebracht oder entfernt werden, um das versehentliche Freisetzen von Schadstoffen zu verhindern.