Freiflächen-Photovoltaik: Stadt Olsberg meldet keine Flächen für künftigen Regionalplan

Olsberg. Die Stadt Olsberg wird der Bezirksregierung Arnsberg keine Flächen im Stadtgebiet melden, die als mögliche Vorrangflächen für Freiflächen-Photovoltaikanlagen in einen künftigen Regionalplan aufgenommen werden sollen. Das haben jetzt die Mitglieder des Ausschusses Planen und Bauen mehrheitlich beschlossen. Konkrete Folgen hat dies vor allem für ein Areal nordöstlich von Antfeld, die nun als landwirtschaftliche Fläche erhalten werden soll.

Hintergrund: Für eine Überarbeitung des Regionalplans hatte die Bezirksregierung die Stadt Olsberg aufgefordert, mögliche Potenzialflächen für Freiflächen-Photovoltaik mit einer Größe von über zwei Hektar zu melden. Relevant wurde dabei lediglich eine 18 Hektar große Fläche nordöstlich von Antfeld. Sie liegt südlich der 380 KV-Leitung – auf eine Ausweitung nach Norden sollte ohnehin verzichtet werden, da hier eine mögliche Trasse zum Bau der B7n verlaufen könnte.

Wichtig: Selbst, wenn keine Fläche in den künftigen Regionalplan aufgenommen wird, bedeute das nicht, dass keine Freiflächen-Photovoltaik im Stadtgebiet möglich sei, betonte Christoph Menke vom Fachbereich Bauen und Stadtentwicklung – die Aufnahme in den Regionalplan schaffe lediglich planerische Voraussetzungen, stelle aber keine Verbindlichkeit dar. Es gebe an mehreren Stellen im Stadtgebiet Interesse an Freiflächen-Photovoltaik – die Projekte sind aber unterhalb der Flächengrößen, die für den Regionalplan bedeutsam sind.

Für Hubertus Schulte, Leiter des Fachbereichs Bauen und Stadtentwicklung, ist das Areal bei Antfeld „eine der wertvollsten landwirtschaftlichen Flächen, die wir haben“ – seit Jahrhunderten werde dort Landwirtschaft betrieben. Auch Ausschussvorsitzender Uwe Lingenauber (CDU) stellte die Frage, ob „wir auf einer qualitativ hochwertigen Ackerfläche eine solche Nutzung zulassen“ wollen. Claudia Weigand (Bündnis 90/Die Grünen) mahnte, hier keinen Trend zu verschlafen: Auch bei den erneuerbaren Energien sei ein Mix wichtig. Dem widersprach Hubert Wegener (SPD/Die Linke): „Photovoltaik gehört auf das Dach, nicht auf den Acker.“

Ausschussmitglied Mattias Ernst (CDU) teilte mit, dass die entsprechende Fläche in Antfeld selbst sehr kritisch gesehen werde – zum einen führe dort ein beliebter Wanderweg entlang, zum anderen befürchte man Auswirkungen auf die benachbarte Osterfeuer-Fläche. Für die CDU-Fraktion ergänzte Jeannette Friedrich, dass die Fraktion die Meldung der entsprechenden Fläche an die Bezirksregierung ablehne.

Entsprechend deutlich fiel auch das Votum des Ausschusses aus: Mit 13 Ja- bei 2 Nein-Stimmen und einer Enthaltung entschieden die Ausschussmitglieder, keine Photovoltaik-Potenzialflächen für die Aufnahme in den künftigen Regionalplan zu melden.