AquaOlsberg: Statt Weg zum Sauna-Neuaufbau fordert Hauptausschuss nun neue Beratungen

Olsberg. „Wann kommt endlich die Sauna wieder?“ – Diese Frage bekommen die Verantwortlichen des AquaOlsberg und der Stadt Olsberg von „Aqua-Fans“ oft zu hören. Antworten darauf sollte ein Konzept geben, mit dem Badleiter Johannes Butterweck in der Sitzung des Hauptausschusses einen möglichen Weg skizzierte, mit begrenztem finanziellem Aufwand das beliebte Angebot neu an den Start zu bringen. Allerdings: Scharfe Kritik von CDU-Ratsmitglied Knut Finkel, denen daraufhin auch Teile der SPD und FDP folgten, könnte dafür sorgen, dass es jetzt zu neuen Verzögerungen kommt.

Denn anstelle einer weiteren Untersuchung der vorgestellten Maßnahmen soll über das Vorgehen nun zunächst in den Fraktionen beraten werden – wenn das nun noch der Stadtrat in seiner nächsten Sitzung beschließt. Die weitere zeitliche - und inhaltliche - Perspektive: völlig offen.

Basis der Überlegungen in der Stadtverwaltung für einen Wiederaufbau der Waldsauna: Für die Wiederherstellung des Sole-Bereichs, die der Stadtrat im Dezember 2024 gemeinsam mit einer Dachsanierung einstimmig beschlossen hatte, werden statt der veranschlagten 2,63 Mio. Euro voraussichtlich nur 1,8 Mio. Euro fällig – die dann eingesparte Differenz von 836.000 Euro könnte in eine Wiederherstellung des zerstörten Sauna-Bereichs im Aqua fließen. Hinzu kommen weitere 30.000 Euro, die beim geplanten Umbau der Büroräume eingespart werden. Mit rund 1,4 Mio. Euro Gesamtkosten rechnet Johannes Butterweck für den Neuaufbau des Sauna-Bereichs in den Zustand wie vor dem Großbrand.

Ein weiterer Baustein können veränderte Überlegungen für einen attraktiveren Kinder- und Jugend-Bereich werden, womit die Verwaltung ebenfalls einem Auftrag des Stadtrats nachkam: Wenn man auf einen Spraypark verzichte, der bei den jungen Menschen ohnehin nur eine geringe Altersspanne anspreche, und statt dessen den bestehenden Wasserspielgarten für kleinere Kinder aufwerte und für ältere Kinder und Jugendliche Spielgeräte für das Freizeitbad anschaffe, komme man mit 60.000 Euro statt der 300.000 Euro im Maßnahmenplan aus, rechnete Johannes Butterweck vor. Die eingesparten 240.000 Euro könnten ebenso in die Sauna fließen.

„Unterm Strich“, so der Badleiter, verbleiben rund 560.000 Euro an ungedeckten Kosten, die für den Neuaufbau der Waldsauna nötig wären – die Differenz aus der Versicherungssumme, die nach dem Großbrand gezahlt wurde, inklusive Zinserträgen und dem voraussichtlichen Rest, der nach der Wiederherstellung des Gebäudes und der Sole verbleibt.  

Nach Ansicht der Verwaltung würde die Sauna die Sauerlandtherme nicht nur attraktiver machen, sondern ebenso positive Auswirkungen auf die Wirtschaftlichkeit haben. Weil Sauna-Gäste länger bleiben, vergleichsweise höhere Eintritte zahlen und auch die Gastro-Angebote nutzen, könne der jährliche Zuschussbedarf für das AquaOlsberg nahezu auf die angestrebten 1,5 Mio. Euro jährlich gedeckelt werden, so Johannes Butterweck. Ähnliche Werte seien bereits vor dem Großbrand erreicht worden. Zum Vergleich: Derzeit liegt der jährliche Zuschussbedarf bei rund 2 Mio. Euro. Die Wiederherstellung der Sauna rechne sich damit schon nach wenigen Jahren, so das Fazit von Badleiter Butterweck.

Bereits kurzfristig könnten die beiden Außen-Saunen wieder in Betrieb genommen werden, die beim Brand nicht beschädigt worden sind. Dafür müsste eine Zuwegung von der Sole durch den entkernten Sauna-Bereich geschaffen werden. Den Kosten von rund 80.000 Euro stünde ein verbessertes Jahresergebnis von rund 65.000 Euro durch mehr Besucher gegenüber – nach etwas mehr als einem Jahr würde sich die Investition bereits amortisieren.

Weiterer Bestandteil des Verwaltungs-Vorschlags: Ein Energie-Gutachten durch einen Fachmann des Deutschen Bäderverbands könnte Potenziale für eine energetische Optimierung aufdecken. Derzeit wird das AquaOlsberg fast ausschließlich mit Gas beheizt – Johannes Butterweck: „Das kann und darf nicht so bleiben.“

„Erhebliche Kritik“ habe er an den Ausführungen der Verwaltung, betonte Knut Finkel in einem von ihm verlesenen Statement – die Sachdarstellung sei unvollständig und die betriebswirtschaftliche Betrachtung oberflächlich. Er forderte, die Beschlussvorlage zur Überarbeitung an die Verwaltung zurückzugeben und anschließend erneut zu beraten. Knut Finkel: „Keine Investitionsentscheidungen ohne belastbares Gesamtkonzept und ohne nachgewiesenen wirtschaftlichen Beitrag.“ Man müsse die Fragen beantworten, was man tatsächlich brauche, was man sich leisten könne und welchen wirtschaftlichen Effekt die Entscheidung für die Stadt Olsberg habe.

Verwundert über die Ausführungen zeigte sich Bürgermeister Patrick Potthoff: Es gehe aktuell nicht um einen Beschluss, den Sauna-Bereich wieder aufzubauen – sondern lediglich um weitere Untersuchungen für diesen – möglichen – Weg. Damit erfülle die Verwaltung exakt einen Auftrag des Stadtrates. Einen Schritt weiter ging noch seine scheidende Allgemeine Vertreterin Elisabeth Nieder: Sie zeigte sich über die aktuelle Entwicklung nach eigenen Worten erschüttert. Seit fünf Jahren - also dem Zeitpunkt des Großbrands - mache die Verwaltung für die Zukunft des AquaOlsberg das, zu dem der Stadtrat sie beauftrage: „Schon damals hätten sie erklären können, dass sie das Minus-Geschäft nicht mehr haben wollen.“ Das AquaOlsberg sei ein wichtiger Baustein für Olsberg als Kneipp-Heilbad – und ebenso für die Menschen, die hier leben. Nun habe man die Chance, durch den Sauna-Aufbau Mehr-Erträge zu erzielen: „Mit jeder Verzögerung kriegen wir das Geld nicht rein.“

Gemeinsam mit CDU-Ratsmitglied Knut Finkel sprachen sich auch Teile der SPD und FDP für weitere Analysen zum AquaOlsberg aus – und schlugen vor, die weiteren Untersuchungen für den Wiederaufbau der Sauna, die Überarbeitung des Kinderspielbereichs und den Umbau der Büroräume in die Fraktionen zu verweisen. Eine Entscheidung darüber muss nun der Stadtrat in seiner nächsten Sitzung am 12. November treffen – mit entscheidenden Folgen für den weiteren Zeitplan rund um das AquaOlsberg.