Mehr Grün, mehr Licht, mehr Sole und Sauna: Erste Entwürfe für Zukunft des AquaOlsberg vorgestellt

8.11.2022

Olsberg. Mehr Natur und Grün, mehr Licht und Farben, mehr Atmosphäre – und noch mehr Kneipp: Das sind die zentralen Bestandteile von zwei Konzepten, welche das Architekturbüro Passgang aus Lippstadt für die Zukunft des AquaOlsberg erstellt hat. In der jüngsten Sitzung des Stadtrates wurden die Entwürfe nun vorgestellt. Klar wurde dabei auch: Sowohl in der konzeptionellen Arbeit bis hin zur finanziellen Machbarkeit ist es noch ein weiter Weg zur Umsetzung.

Dennoch müsse man sich mit diesen Fragen beschäftigen, betonte Bürgermeister Wolfgang Fischer: Seit der Eröffnung der Sauerlandtherme gebe es im Bäderwesen „erhebliche Veränderungen“ – eine geänderte energetische Situation gehöre ebenso dazu wie verbesserte Betriebsabläufe, mehr Barrierefreiheit und auch eine veränderte Erwartungshaltung des Publikums. Die aktuellen Überlegungen seien ein erstes Konzept – „Schnellschüsse“ könne man sich dabei keinesfalls erlauben.

Mit dem Büro Passgang aus Lippstadt setzt die Stadt Olsberg auf Fachleute, die erhebliche Erfahrung im Bäderwesen mitbringen. Besonders den Sole- und den – bei dem Großbrand im Oktober 2021 völlig zerstörten – Saunabereich hat Architekt Bernd Passgang dabei unter die Lupe genommen. Doch auch in den anderen Bereichen der Sauerlandtherme könnte es erhebliche Veränderungen geben – in den Nutzungsmöglichkeiten, aber auch im Erscheinungsbild.

So möchte Bernd Passgang den Empfangsbereich im Eingang verlegen, um den offenen, einladenden Charakter des Bades zu unterstreichen. „Da kann man viel mit echtem Grün und auch mit Holz machen“, so der Fachmann – dies soll gleichzeitig ein zentrales Element im „neuen“ AquaOlsberg werden. Im Freizeitbad könnte es vor allem durch eine veränderte Beleuchtung Veränderungen bei Farbe und Deckengestaltung geben.

 

Komplett neu ordnen möchte Bernd Passgang den Solebereich – und dabei auch das Kneipp-Element stärken: „Für Olsberg ist das ein Alleinstellungsmerkmal.“ Unterschiedlich beleuchtete Bereiche, offene Bereiche für Anwendungen und auch ein umgestalteter Außenbereich sollen das Bad-Erlebnis individueller machen. In seinem zweiten Konzept sieht der Experte einen erweiterten Sole-Außenbereich vor: Das vergrößerte Becken wird von einer Glas-Konstruktion in Form eines Salzkristalls überdacht und umgeben. Auf diese Weise könnte das Becken im Winter überdacht und im Sommer geöffnet werden, um energetische Vorteile zu erzielen. In beiden Konzepten sieht Planer Passgang unterschiedliche Bereiche mit verschiedenen Sole-Konzentrationen vor – Gesundheitsförderung und Bade-Erlebnis können so noch vielfältiger werden.

Auch die Saunalandschaft würde vollständig umgestaltet: Alles wäre barrierefrei erreichbar, der Innenbereich „neu sortiert und attraktiviert“ und im Außenbereich könnte es kleine Saunahütten in Holzbauweise geben. „Warme Materialien“ sollen auch die Ruhezonen aufwerten, für Wellness und Therapie sollen kleine Anbauten entstehen.

Ebenso die Gastronomie soll mit Sitznischen und Grünpflanzen kleinteiliger werden und mehr Aufenthaltsqualität bieten. Für die kleinen Besucher könnte es verschiedene Spielzonen innerhalb des kompletten Bades geben. In beiden Varianten möchte Planer Passgang auf das derzeitige Freibad verzichten. Es gäbe jährlich nur rund 3.000 Besucherinnen und Besucher – dies sei verschwindend wenig, so Elisabeth Nieder, Allgemeine Vertreterin des Bürgermeisters: „Die Gäste haben abgestimmt, dass sie da nicht hingehen.“

Eindrucksvoll waren allerdings nicht nur die beiden Konzepte von Planer Passgang, sondern auch die Kostenaufstellungen: Variante 1 würde mit 14,7 Mio. Euro zu Buche schlagen; Variante 2 – mit vergrößertem Sole-Außenbecken – soll sogar 17,4 Mio. Euro kosten. Nicht nur wegen der hohen Kosten müsse man sehr genau hinschauen, unterstrich Bürgermeister Fischer: Auch die Betriebskosten würden dann eine entscheidende Rolle spielen.

Um eine Umsetzung überhaupt „stemmen“ zu können, will die Stadtverwaltung nun in einem nächsten Schritt die Möglichkeit von Förderprogrammen prüfen. Nach einer ersten Einschätzung von Elisabeth Nieder seien mehrere Programme möglich – je nach Umfang und Bereichen, die überhaupt gefördert werden können, könnten die Fördersätze dabei zwischen 60 und bis zu 95 Prozent liegen – zumindest für manche Bereiche der Sauerlandtherme. Hinzu kommt die Zahlung der Versicherung für den Brandschaden – als eine grobe Schätzung nannte Stadtkämmerer Stefan Kotthoff hier die Summe von zwei Millionen Euro.

Einstimmig beauftragten die Ratsmitglieder die Stadtverwaltung, zunächst weitere Gespräche zu einer möglichen Akquise von Fördermitteln zu führen. Die Ergebnisse sollen dann im Stadtrat beraten werden, bevor weitere Entscheidungen zur künftigen Gestaltung des AquaOlsberg getroffen werden.

 
Aktiv relaxen im AquaOlsberg
Konzerthalle Olsberg