Bis 2030: Straßenbeleuchtung in der Stadt Olsberg soll komplett auf LED-Technik umgestellt werden

29.04.2021

Olsberg. Bis zum Jahr 2030 könnte die Straßenbeleuchtung im Olsberger Stadtgebiet komplett auf LED-Technik umgestellt und für Smart-City-Anwendungen vorbereitet werden. Das jedenfalls sieht ein Modernisierungs- und Investitionskonzept vor, das jetzt Thema im Ausschuss Planen und Bauen war.

Bis 2030, so der Vorschlag der Hochsauerlandwasser GmbH (HSW), die in Olsberg, Bestwig und Meschede für Betrieb und Unterhaltung der Straßenbeleuchtung zuständig ist, soll die derzeitige Straßenbeleuchtung komplett ausgetauscht werden. Hintergrund: Neue rechtliche Vorgaben verhindern ab 2023 die Beschaffung der bisherigen Leuchtmittel, erläuterte Björn Drexler, für die Straßenbeleuchtung zuständiger HSW-Mitarbeiter. Im Klartext: In absehbarer Zeit wird es für die bisherigen Leuchtmittel keinen Ersatz mehr geben.

Die HSW schlägt einen Zehn-Jahres-Zeitraum für die Modernisierung vor. In zehn Jahren sei der größte Teil der Straßenbeleuchtung älter als 30 Jahre und damit ohnehin abgeschrieben, argumentierte Björn Drexler. Zudem bestehe so die Möglichkeit, das erhebliche Investitionsvolumen auf 10 Jahre zu verteilen und eventuelle „Techniksprünge“ in diesem Zeitraum zu nutzen – ebenso wie Förderprogramme, die möglicherweise aufgelegt werden.

Saniert werden soll anhand einer Prioritätenliste: Zustand und Alter der Masten werden ebenso bewertet wie das Leuchtenalter und die Ersatzteilbeschaffung. Der größte Teil der Masten werde dabei erhalten, kündigte Björn Drexler an. Allerdings: Um Dunkelzonen zu vermeiden, wird es auch zusätzliche Leuchtstellen geben müssen – LED-Leuchten geben ihr Licht anders ab als herkömmliche Leuchtmittel.

Weil allerdings die LED-Technik deutlich energieärmer ist, hat die HSW – trotz der zusätzlichen Leuchtstellen – eine Energieersparnis von rund 10 Prozent errechnet. Dadurch werden rund 13,1 Tonnen des „Treibhausgases“ CO2 weniger ausgestoßen – pro Jahr. Umgekehrt steigen durch die höhere Anzahl der Leuchtstellen die Wartungskosten. Dafür gebe es dann eine bessere Ausleuchtung der Straßen, so Björn Drexler – und ebenso weniger Lichtimmissionen und ein Plus an Insektenverträglichkeit.

Gleichzeitig schlägt die HSW vor, die Straßenbeleuchtung noch in weiterer Hinsicht „fit für die Zukunft“ zu machen: Der Einbau eines Überspannungsschutzes in den Leuchtstellen vermindert – z. B. bei Blitzschlag – den großflächigen Ausfall der Straßenbeleuchtung. Da es für LED-Leuchtmittel lange Lieferzeiten gebe, „hätten wir das Risiko eines wochenlangen Ausfalls“, erläuterte Björn Drexler.

Parallel dazu möchte die HSW die Straßenbeleuchtung für das so genannte „Smart Lighting“ vorbereiten – eine „intelligente Beleuchtung“, die es beispielsweise erlauben würde, die Straßenbeleuchtung bei Nicht-Nutzung einer Straße zu reduzieren. „Das wäre eine neue Stufe der Effizienz“, betonte Björn Drexler. Allerdings: Die entsprechende Technik ist aktuell noch so teuer, dass ein Einsatz unwirtschaftlich wäre. Man wolle sich allerdings vorbereiten – Björn Drexler: „Wir müssen uns diese Türe offenhalten.“

Gleichwohl: Die Modernisierung der Straßenbeleuchtung kostet Geld. Mit rund 2,95 Mio. Euro an Gesamtkosten bis 2030 rechnet die Hochsauerlandwasser GmbH. Das Kommunalabgabengesetz (KAG) des Landes NRW sieht vor, die Anlieger unter bestimmten Voraussetzungen an den Kosten für solche Maßnahmen zu beteiligen. Gleichzeitig machte Bürgermeister Wolfgang Fischer deutlich, dass sich in der Vergangenheit die Anliegerbeiträge für die Erneuerung der Straßenbeleuchtung in einem überschaubaren Rahmen bewegt haben – im Schnitt hätten die Anlieger zumeist zwischen 50 und 190 Euro bezahlt. „Da relativiert sich das recht schnell“, so das Fazit von Wolfgang Fischer.

Einstimmig gaben die Ausschussmitglieder „grünes Licht“ für das Modernisierungs- und Investitionskonzept der HSW. Eine endgültige Entscheidung muss nun im Stadtrat fallen.

 
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