Stadtrat: Einigkeit bei Zukunftsfragen für Grundschule und Elisabeth-Klinik in Bigge

19.03.2021

Olsberg/Bigge. Für eine rund 15-monatige Diskussion markiert die Abstimmung im Olsberger Stadtrat einen Schlusspunkt – für die Weiterentwicklung von Bigge als Schul- und Gesundheitsstandort soll sie zum Auftakt werden: Einstimmig haben die Mitglieder des Olsberger Stadtrates beschlossen, eine knapp 550 Quadratmeter große Teilfläche des Grundstücks, auf dem sich die Bigger Martinus-Grundschule befindet, an die benachbarte Elisabeth-Klinik zu verkaufen. Parallel dazu hat sich die Stadt Olsberg auf den Weg gemacht, das Schulgebäude für Unterricht und Betreuung nach modernen pädagogischen Aspekten umzugestalten.

Wie bei Grundstücksangelegenheiten üblich, erfolgte die Verkaufs-Entscheidung in nicht-öffentlicher Sitzung. Konkret geht es um die Fläche, auf dem sich die so genannte Bildungswerkstatt befindet. Nach dem Erwerb möchte die Elisabeth-Klinik das Gebäude abreißen, um auf diese Weise Platz für eine dringend benötigte Erweiterung des OP-Traktes zu schaffen. Bereits im vergangenen Jahr hatte Bürgermeister Wolfgang Fischer mit der Klinik-Geschäftsführung vereinbart, dass die Stadt Olsberg im Gegenzug eine Fläche von rund 260 Quadratmetern im Untergeschoss des neuen Traktes für schulische Zwecke anmieten kann.

Voraussichtlich während der Sommerferien möchte die neue Eigentümerin die Bildungswerkstatt abreißen, um Störungen für den Schulbetrieb möglichst gering zu halten. Parallel dazu wird die Betreuung „8 bis 13 Uhr“ für eine Übergangszeit in die direkt benachbarten ehemaligen Räume des Kindergartens Sonnenschein umziehen. Mit rund 120 Quadratmetern hat die Betreuung dort sogar nahezu die doppelte Fläche im Vergleich zum Ist-Zustand zur Verfügung. Um diese Lösungen zu erarbeiten, so Wolfgang Fischer, habe es konstruktive und intensive Gespräche mit Schulleitung, Elternvertretern, dem Trägerverein der Betreuung „8 bis 13 Uhr“ und dem Sozialwerk Sauerland als Träger der OGS gegeben.

Ebenfalls in der Sitzung des Stadtrates hatte Bürgermeister Fischer darüber informiert, dass die Stadt Olsberg ein erfahrenes Architekturbüro damit beauftragt hat, für die Martinus-Grundschule – inklusive Schulhof sowie die Flächen im neu zu bauenden Trakt der Elisabeth-Klinik - ein Raumkonzept zu erarbeiten, das auf den Vorschlägen des Büros „Schulhorizonte“ basiert.  Bereits im Dezember hatte Experte Raimund Patt seine Vorschläge für ein pädagogisches Raumkonzept vorgestellt.

Zentrale Inhalte des Konzepts, das auf so genannten „Clustern“ beruht – also auf einer Zusammenfassung verschiedener Nutzungsmöglichkeiten: Flächen im Klassenraum sollen so umgestaltet werden, dass sie den ganzen Tag über nutzbar sind. Die Trennung von Unterricht und Betreuung spielt immer weniger eine Rolle – es geht um einen ganzheitlichen Ansatz, der Kindern bestmögliche Bildungschancen bieten soll. Deshalb soll die räumliche Gestaltung von Schule auch dem „Bildungspersonal“ eine bessere Zusammenarbeit ermöglichen – und gleichzeitig nah an den Kindern sein.

Voraussichtlich noch bis zur Sommerpause, so Wolfgang Fischer, sollen den politischen Gremien mehrere Varianten für einen entsprechenden Umbau des Schulgebäudes vorgestellt werden. Selbstverständlich sei dabei eine enge Beteiligung und Abstimmung mit den Bürgervertreterinnen und –vertretern.

Auch das Vorgehen zum pädagogischen Raumkonzept, das im öffentlichen Teil der Ratssitzung diskutiert wurde, traf auf den breiten Rückhalt der Fraktionen. Die CDU sehe die erarbeitete Lösung positiv. Ratsmitglied Knut Finkel sprach von einem „großen Wurf“ – die „schulische und soziale Infrastruktur“ werde langfristig gesichert. Knut Finkel schloss auch die Gruppe „Bigge AKtiv“ in seine Ausführungen ein: Fakten, die in der Diskussion rund um die Zukunft der Schule präsentiert worden sind, seien sachlich zum Teil nicht korrekt gewesen. Allerdings sei es das Verdienst von „Bigge AKtiv“ gewesen, Diskussionen anzustoßen und Bürger zu beteiligen: „Das stärkt unser Gemeinwesen.“

Für die SPD-Fraktion würdigte Vorsitzender Rudolf Przygoda die „guten Möglichkeiten“, die in der Diskussion um das Raumkonzept aufgezeigt werden. Eine Dreizügigkeit der Martinus-Grundschule sei absehbar nicht zu erreichen. Peter Bergmann (Bündnis 90 / Die Grünen) begrüßte, dass auch für den Heimatbund und die HSK-Musikschule als weitere Nutzer der Bildungswerkstatt Lösungen gefunden worden seien: „Es ist hoffentlich für alle Beteiligten eine tragbare Lösung.“

Dass nun die Arbeit an der Zukunft der Schule richtig losgehe, betonte Bürgermeister Wolfgang Fischer mit Blick auf die weiteren Planungen und deren bauliche Umsetzung: „Es liegt einiges vor uns.“ Der nun beschlossene Weg sei richtig: „Es ist im Sinne der Kinder, der Schule und auch der Klinik eine gute Entscheidung.“

 
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