Großprojekt: Rund 2,8 Kilometer Kanalisation werden im Kernort Olsberg saniert

15.03.2021

Olsberg. Nahezu jeder Bürger ist auf sie angewiesen - auch wenn er vielleicht nicht als erstes an sie denkt, wenn es um die Daseinsvorsorge geht: Eine gut ausgebaute und intakte Kanalisation ist ein wichtiger Beitrag zur kommunalen Infrastruktur und zum Umweltschutz. Das Abwasserwerk der Stadt Olsberg wird deshalb in den kommenden Jahren sanierungsbedürftige Abschnitte des Kanalnetzes im Kernbereich von Olsberg Schritt für Schritt erneuern.

Hintergrund: In den Jahren 2019 und 2020 wurden im Ortsteil Olsberg im Rahmen im Rahmen der rechtlichen Vorgaben die Kanäle gereinigt, untersucht und bewertet. „Hierbei wurde festgestellt, dass sich in vielen Straßen alte Kanäle aus den 50-er und 60-er Jahren befinden, die saniert werden müssen“, so Thomas Rösen, Leiter des Abwasserwerkes der Stadt Olsberg. Insgesamt besteht das Kanalnetz im Kernort Olsberg aus 31,3 Km Mischwasserkanalisation und 2,3 Km Schutzwasserkanalisation. „Von der Mischwasserkanalisation befinden sich 3,6 Km in der Schadensklasse 0 – das bedeutet, dass nun ein zeitnaher Handlungsbedarf für die Sanierung besteht“, ergänzt Michael Kappen von der Hochsauerlandwasser GmbH (HSW), die Betriebsführerin des Olsberger Abwasserwerkes ist. 7,9 Km befinden sich in der Schadensklasse 1 – hier besteht kurzfristiger Handlungsbedarf. Von der Schmutzwasserkanalisation befinden sich keine Haltungen in den Klassen 0 und 1. Somit müssen in Olsberg in den kommenden Jahren rund 11,5 Km – oder 36 Prozent - der Mischwasserkanäle saniert werden.

Die sanierungsbedürftigen Kanäle bestehen überwiegend aus Betonrohren, die in den 50-er und 60-er Jahren produziert und verlegt wurden. Die Kanäle sind von der Substanz in einem Zustand, dass das Sanierungsverfahren der Linertechnik in der geschlossenen Bauweise angewandt werden kann. Das bedeutet, dass die Straßen nicht aufgerissen werden müssen, um neue Kanäle zu verlegen.

Stattdessen werden die entsprechenden Kanalabschnitte im so genannten “Liner-Verfahren” saniert. Der „Liner“ ist ein Schlauch aus Glasfasergewebe, das mit Kunstharz getränkt wurde. Dieser Schlauch wird in einen bestehenden Kanal eingezogen und anschließend mit Hilfe von UV-Licht ausgehärtet. „So entsteht ein Rohr von extrem hoher Festigkeit“ weiß Michael Kappen: „Es hält dem Straßenverkehr, Erddruck und auch dem Grundwasser stand - und nach bisherigen Erfahrungen für eine Dauer von mindestens 30 bis 40 Jahren. Auch 50 Jahre Nutzungsdauer erscheinen nach den bisher guten Erfahrungen möglich.“

Anschließend nach der Linersanierung werden die Schachtbauwerke saniert, indem die Schachtsohlen erneuert und teilweise die aus Kanalklinkern bestehenden Wände neu verputzt werden. Einige vorhandene Schächte sind in ihrem Durchmesser zu klein, so dass eine Linersanierung zunächst nicht möglich ist. Hier werden vor der Linersanierung in der offenen Bauweise neue Schächte aus Kunststoff eingebaut, um einen Zugang zu den Haltungen zu ermöglichen.

Für eine erste Maßnahme, die in den Jahren 2021 bis 2023 durchgeführt werden soll, hat das Abwasserwerk der Stadt Olsberg rund 2.800 Meter der schadhaften Kanäle zu einer Ausschreibung zusammengefasst. Es handelt sich hier um Kanäle in den Straßen Steinstraße, Wattmeckestraße, Wulweseike, Drönkerweg, Borbergstraße, Ruhrstraße, Rutsche, Wilhelmstraße, Blankenstraße, Heidfeldstraße und Am Heidfeld. Die Sanierung bezieht sich in einigen Straßen nur auf Teilbereiche und es gibt Bereiche, in denen die Kanäle auf den Privatgrundstücken verlaufen.

Das Auftragsvolumen beträgt rund 630.000 Euro; der Auftrag wurde an die Fa. Kandis Kanaltechnologie aus Schmallenberg vergeben - ein Fachunternehmen für die Kanalsanierung aus dem hiesigen Raum. Für nicht ganz zu vermeidende Beeinträchtigungen während der Sanierungsmaßnahmen bittet das Abwasserwerk schon jetzt Fußgänger und Autofahrer um Verständnis. Bürgermeister Wolfgang Fischer: „Dieses Projekt ist ein Beitrag, damit es in der Stadt Olsberg auch in den kommenden Jahrzehnten eine gut funktionierende Kanalisation gibt.“

 
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