Leidenschaft für den Beruf: Brigitte Klaucke geht mit "lachendem und weinendem Auge" in den Ruhestand

14.12.2020

Olsberg. Sie war eine Institution, immer herzlich und voller Leidenschaft für ihren Beruf, manchmal unbequem, aber immer voller Energie und Ideen: Brigitte Klaucke, Leiterin des Familienzentrums Kindergarten Olsberg, geht in den Ruhestand. Offiziell geht sie am 31. Dezember in Rente, ihr letzter Arbeitstag ist am 22. Dezember. Ihre Nachfolgerin ist Nicole Köster.

Wegen der Corona-Pandemie konnte die Abschiedsfeier nur im ganz kleinen Rahmen statt-finden: vormittags so, wie es ihr am liebsten war, mit den Kindern. Nachmittags fand die letzte Teambesprechung für das Jahr 2020 statt. Sowohl das Team als auch die Vertreter der Stadt Olsberg nutzten zum Abschluss die Gelegenheit, sich von Brigitte Klaucke zu verabschieden. Bürgermeister Wolfgang Fischer dankte ihr für ihre engagierte Arbeit über all die Jahre: „Viele, viele Olsberger Kinder haben Sie auf dem Weg zur Selbständigkeit unterstützt, ihnen Werte vermittelt und Freude am Lernen mitgegeben.“

Brigitte Klaucke war immer klar, welchen Beruf sie ergreifen würde: „Für mich hätte es nichts anderes gegeben.“ 17 Jahre lang arbeitete sie im katholischen St.-Martinus-Kindergarten in Bigge. Mitte September 1994 übernahm sie die Leitung des städtischen Kindergartens Olsberg. „Das war mein Baby und eine Herausforderung, diese Einrichtung aufzubauen.“, sagt sie. Klar ist: „Die Kinder standen für mich immer im Vordergrund.“ Besonders gern arbeitete sie mit den Vier- bis Sechsjährigen: „Vor allem mit den Vorschulkindern habe ich viele Projekte gemacht.“ Ihre Leidenschaft lag im musischen Bereich: „Wir haben immer sehr viel gesungen und getanzt im Kindergarten.“

Mit dem Titel Familienzentrum kamen viele neue Aufgaben hinzu, wurden Kooperations-partner gesucht – zum Beispiel in der Erziehungsberatung, beim Jugendamt, in der Sprachförderung, beim Gesundheitsamt und unter den Hebammen. Geschätzt hat Brigitte Klaucke stets die gute Zusammenarbeit mit dem Familienzentrum in Bigge und den anderen Kindergärten sowie den guten Draht zu den Grundschulen. Auch zur Jugendhilfe, von der die Stadt Olsberg das Gebäude des Kindergartens gepachtet hat, habe man all die Jahre ein gutes Verhältnis gepflegt.

Wichtig sei ihr stets gewesen, dass die Kinder während ihrer Zeit im Kindergarten als selbstständige Individuen die Erziehung und Bildung genießen konnten. „Wir versuchen jeden Tag, die Kinder aufs Leben vorzubereiten.“ Dazu gehörte auch, dass viel mit den Kindern gesprochen wurde, ihnen vorgelebt wurde, Konflikte verbal zu klären, sich auch untereinander in Gesprächen zu verständigen. „Sie müssen lernen, dass man jemanden auch dann, wenn er mal anders ist, annimmt, wie er ist“, betont Brigitte Klaucke.

Elternarbeit habe bei ihr immer hoch im Kurs gestanden, so die scheidende Leiterin: „Wir führen mindestens ein bis zwei Elterngespräche im Jahr mit jeder Familie, um die Eltern über den aktuellen Entwicklungsstand ihrer Kinder zu informieren. Dies läuft auch trotz Pandemie weiter.“ Wichtig sei immer, gemeinsam eine Lösung im Sinne des Kindes zu finden: „Dabei bieten wir den Eltern Unterstützung an.“ Gerade bei Kindern mit Migrations-hintergrund sei das wichtig: „Vor allem diese Eltern benötigen Ansprechpartner.“ Die fan-den sie zum Beispiel im Internationalen Elterncafé, das immer gut angenommen wurde.

Ein weiterer Baustein im Zusammenspiel der Familienzentren war das Babycafé, in dem Eltern Kontakte knüpfen konnten, die noch keine Kinder im Kindergarten haben.

Dem Kindergarten möchte Brigitte Klaucke auch künftig „jederzeit beratend oder wenn Not am Mann ist, zur Verfügung stehen“. Sie gehe mit einem lachenden und einem wei-nenden Auge, bekennt sie. Und: „Ich kann es mir noch gar nicht vorstellen“, blickt Brigit-te Klaucke auf ihr nahendes Rentnerleben.

Langweilen wird sie sich sicher nicht: „Ich bin ja immer beschäftigt.“ Eins steht für sie schon fest: „Ich habe viele Hobbys und meine Kreativität kennt keine Grenzen. Ich habe schon Ideen für das nächste Jahr, aber natürlich muss die Pandemie erst mal besiegt wer-den.“ Auch ihrem Hobby Walking wird sie sich widmen. Doch zu allererst wird sie zur Ruhe kommen wollen: „Ich möchte die nächsten drei Monate mal gar nichts machen. Ein-fach etwas für mich tun.“ Wenn Corona überstanden ist, möchte sich die kreative Ruheständlerin um neue Projekte im musischen Bereich bemühen.

Brigitte Klaucke bedankt sich zunächst bei den Eltern: „Für ihr Vertrauen, für die vielen guten Gespräche, für viele fröhliche, aber auch traurige Momente, die wir gemeinsam bewältigt haben“. Und: „Danke auch an mein Team, ohne das in all den Jahren diese Ar-beit nicht möglich gewesen wäre. Mein Dank geht auch an die Mitarbeiter der Stadt Ols-berg, die mir in all den Jahren den Rücken gestärkt haben, und die immer geduldig waren, wenn mal wieder das Temperament mit mir durchging.“

Die künftige Leiterin Nicole Köster hat ihre Ausbildung zur Erzieherin bei der Stadt Olsberg absolviert, zunächst ihr Jahrespraktikum während der Fachoberschule Klasse 11 im Kindergarten Elpe und später ihr Anerkennungsjahr im Kindergarten Olsberg. Nach dem Anerkennungsjahr wurde sie im Familienzentrum beschäftigt, zuletzt in der Zwergen-Gruppe (U3). Nicole Köster ist bereits seit neun Jahren in der Einrichtung. Sie kennt den Betrieb und absolvierte in dieser Zeit auch mehrere zusätzliche Zertifikationen.

 
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