Perspektiven für die OGS im Stadtgebiet - und für den Schulstandort Bigge

14.12.2020

Olsberg. Die Grundschulen mitsamt ihren Betreuungsangeboten werden immer beliebter – und sie stehen vor neuen Anforderungen. Wie können sie diese in der Stadt Olsberg bewältigen – und welchen Raum brauchen sie dazu? – Antworten darauf soll ein pädagogisches Raumkonzept für die Offenen Ganztagsschulen (OGS) im Stadtgebiet geben. In der jüngsten Sitzung des Ausschusses Bildung, Sport, Freizeit stellte Raimund Patt vom Büro Schulhorizonte jetzt dazu seinen Abschlussbericht vor. Gleichzeitig entwarf Bürgermeister Wolfgang Fischer eine mögliche Lösung für den Schulstandort Bigge, an dem sowohl die Betreuung der Martinus-Grundschule wie auch die benachbarte Elisabeth-Klinik dringenden Erweiterungsbedarf haben.

Schulische und Betreuungs-Angebote wachsen zu einer gemeinsamen, abgestimmten Pädagogik zusammen – und sie werden gleichzeitig vielfältiger, weil sie Aufgaben wie eine immer „gemischtere“ Schülerschaft und auch die Inklusion „stemmen“ müssen. Zudem nutzen immer mehr Familien die OGS-Angebote, formulierte Raimund Patt die Ansprüche, vor denen der Grundschul-Bereich generell steht: „Dafür sind die Schulbauten nicht hergerichtet.“ Gleichzeitig sollten Investitionen im Schulbereich langfristig tragfähig sein.

Raimund Patt entwarf deshalb ein Konzept, das auf so genannten „Clustern“ beruht – also auf einer Zusammenfassung verschiedener Nutzungsmöglichkeiten. Sein Ziel: „Flächen im Klassenraum sollten so umgestaltet werden, dass sie den ganzen Tag über nutzbar sind.“ Denn die Trennung von Unterricht und Betreuung spiele immer weniger eine Rolle – es gehe um einen ganzheitlichen Ansatz, der Kindern bestmögliche Bildungschancen bieten soll. Deshalb soll die räumliche Gestaltung von Schule auch dem „Bildungspersonal“ eine bessere Zusammenarbeit ermöglichen – und gleichzeitig nah an den Kindern sein. Ein Nebeneinander von Räumen für Unterricht und Betreuung sei dabei „pädagogisch und auch wirtschaftlich Blödsinn“: „Dann reichen irgendwann die Kapazitäten nicht mehr.“ Stattdessen solle es „Orte mit hoher Verweilqualität für unterschiedliche Aktivitäten geben – nicht additiv, sondern gut geplant.“

Auf Basis dieser Anforderungen entwarf der Fachmann auch die räumlichen Bedarfe für die drei OGS-Standorte im Stadtgebiet. Architektonische Umgestaltungen seien überall ratsam, so Raimund Patt – an der Franziskus-Grundschule in Bruchhausen sowie an der Kardinal-vom-Galen-Schule in Olsberg gebe es dafür im Grundsatz auch ausreichend Platz. Anders verhält es sich an der Bigger Martinus-Grundschule: Hier errechnete der Experte einen Fehlbedarf von rund 200 Quadratmetern, um auch mittel- und langfristig pädagogische Perspektiven für die Schule sicherstellen zu können.

Raimund Patt empfahl, zunächst ein pädagogisches Konzept zu entwickeln – und dann ein Architekturbüro, das Erfahrung im modernen Schulbau hat, zu beauftragen, eine bautechnische Bestandsanalyse sowie eine Realisierungsstudie zu erarbeiten. Dabei sei auch die Umbauphase wichtig: „Das kann man nicht mal eben während der Sommerferien erledigen.“

Wo aber soll in Bigge der benötigte Raum herkommen? Schließlich haben sowohl die Schule wie auch die Elisabeth-Klinik als bedeutender Gesundheitsdienstleister dringenden Erweiterungsbedarf angemeldet. Bürgermeister Fischer informierte die Ausschussmitglieder, dass er – entsprechend einem Auftrag, den der Stadtrat im Sommer erteilt hat – inzwischen Gespräche mit der Geschäftsführung der Elisabeth-Klinik geführt habe. Dabei habe sich die Perspektive aufgetan, dass für die Raumbedarfe der Schule Flächen in einem möglichen Erweiterungsbau der Klinik angemietet werden könnten – „ebenerdig, barrierefrei, nach unseren Vorstellungen“.

Umgekehrt wäre es dafür aber auch wichtig, so Wolfgang Fischer, der Elisabeth-Klinik zeitnah eine Perspektive aufzuzeigen, dass die Erweiterungspläne umgesetzt werden können. "Kann man sich das vorstellen?“ – dies sei die Frage, die nun den Mitgliedern des Stadtrates in ihrer Sitzung am Donnerstag, 17. Dezember, gestellt werden müsse: „Je schneller das entschieden wird, desto eher können wir uns an die Arbeit machen.“ Klar sei aber auch, dass selbst dann noch Zeit für die bauliche und pädagogische Konzeptentwicklung nötig ist – Wolfgang Fischer: „Das ist ein Prozess, der nicht von heute auf morgen abgeschlossen sein wird.“

 
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