Medizinische Versorgung: Brilon und Olsberg arbeiten gemeinsam an Strategie

Verantwortliche des Projektes
(v. li.) Ansprechpartnerin Brilon: Elena Albracht, Valetudo Unternehmensberatung GmbH Rechtsanwalt Stefan Rohpeter und Gerold Abrahamczik, Ansprechpartnerin Olsberg Elisabeth Nieder. Bildnachweis: Stadt Brilon
Brilon/Olsberg. Wie sieht es künftig mit der medizinischen Versorgung im ländlichen Raum aus? Und was können Kommunen dafür tun, dass sich auch in kommenden Jahren Haus- und Fachärzte vor Ort niederlassen? Gemeinsam wollen die Städte Brilon und Olsberg im Schulterschluss mit weiteren Partnern Antworten auf diese Fragen entwickeln.

"Ärztegewinnung - Anwerben von Ärzten und medizinischem Fachpersonal" ist der Titel des Projektes, mit dem sich die beiden Kommunen erfolgreich um Fördermittel aus dem Programm "Land(auf)Schwung" des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) beworben haben. Denn allein sei ein solches Vorhaben nicht zu "stemmen", weiß Projektleiterin Elena Albracht von der Stadt Brilon. Deshalb wurde die Firma Valetudo Unternehmensberatung beauftragt, ein entsprechendes Konzept zu erstellen. Das Ziel: "Nach einer umfangreichen Ist-Aufnahme in den kommenden Monaten wollen wir in Zusammenarbeit mit den niedergelassenen Ärzten ein attraktiveres Arbeitsumfeld gestalten, um neue Ärztinnen und Ärzte für die Region zu gewinnen und das Netzwerk nach Innen und Außen zu verbessern", so Elena Albracht.

Denn es besteht Handlungsbedarf, um sich für die Zukunft gut aufzustellen. Nach Angaben der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe (KVWL) liegt der hausärztliche Versorgungsgrad aktuell bei 81,1 Prozent - im Idealfall sollte er bei 110 Prozent liegen. Auch die Hausärztebefragung, die die Stadt Brilon im Jahr 2017 durchgeführt hat, wirft ein Schlaglicht auf das Problem: In Brilon sind 6 von 13 Hausärzten älter als 60 Jahre - darunter sind 4 sogar älter als 65 Jahre. In Olsberg sind 4 von 8 Hausärzten mindestens 60 Jahre alt, davon 2 älter als 65 Jahre. Die Anforderungen junger Mediziner, so wie auch bei allen anderen Fachkräften, haben sich in den vergangenen Jahren sehr gewandelt, weiß Elena Albracht: "Auf diese Veränderungen müssen und wollen wir reagieren."

Projektpartner der beiden Kommunen bei diesem Vorhaben sind die Krankenhäuser Maria-Hilf in Brilon und die Elisabeth-Klinik in Olsberg-Bigge. Außerdem mit dabei sind die Südwestfalen Agentur, die KVWL, das Gesundheitsamt HSK, die Tourismus Brilon Olsberg GmbH, die WirtschaftsFörderungsGesellschaft, aber auch die Initiativen Heimvorteil und Doktorjob. Gefördert wird das Projekt aus dem Programm "Land(auf)Schwung" des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL).
 
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